Brettspiele wieder selbstständig erleben.

Boards without Barriers ist ein barrierefreier Spielroboter für Menschen mit motorischen Einschränkungen. Die Entscheidung bleibt bei der spielenden Person — die Bewegung übernimmt das System unter dem Brett.

3 entwickelte Prototypen
Barrierfreie haptische Tasten
4+ klassische Spiele
Prototyp 3.0 Prototyp 3.0
Gesamtansicht des Boards without Barriers Prototyps mit Schachbrett und Eingabegerät.
Gesamtansicht des Prototyps

Spielbrett, Figuren und Eingabegerät als zusammenhängendes System — Prototyp 03 in Entwicklung.

Ausgangspunkt

Wenn Spielen zur Hürde wird.

Viele Menschen mit Multipler Sklerose, Parkinson, Schlaganfall oder altersbedingten Einschränkungen können kleine Spielfiguren nicht mehr sicher greifen, bewegen oder platzieren. Aus einem einfachen Spielzug wird eine echte Barriere — am Tisch und im Alltag.

Die Entscheidung bleibt beim Menschen. Die Bewegung übernimmt das System.

Lösung

Spielassistent für mehr Unabhängigkeit.

Boards without Barriers übernimmt genau die motorisch schwierige Bewegung. Die spielende Person gibt Start- und Zielfeld über große, gut fühlbare Tasten ein. Ein verdeckter Magnet unter dem Brett fährt zur Figur und zieht sie an die neue Position.

Das gemeinsame Spiel am echten Tisch bleibt erhalten — ohne dass bei jedem Zug direkte Hilfe nötig ist.

Die Geschichte dahinter

Aus einer Alltagssituation entstand eine technische Lösung.

Die Idee entstand aus einer persönlichen Beobachtung: Ein leidenschaftlicher Brettspieler — Vater eines Teammitglieds — konnte wegen fortgeschrittener Multipler Sklerose nicht mehr selbstständig am Spieltisch teilnehmen. Figuren fielen um, digitale Alternativen ersetzten das gemeinsame Erlebnis nicht.

Genau für Menschen wie ihn haben wir Boards without Barriers entwickelt: ein echtes Brettspiel, barrierefrei erweitert. Nicht exklusiv für MS — so inklusiv wie möglich, für alle, die motorisch stark eingeschränkt sind.

Jaroslav Sysel, Vater des Projektleiters Michal Sysel, am Tisch als persönliche Inspiration hinter Boards without Barriers.
Jaroslav SyselVater des Projektleiters Michal Sysel und persönliche Inspiration hinter Boards without Barriers.

Was das Projekt bietet

Mehr als eine Bewegung — vier echte Wirkungen.

Kognitives Training, sozialer Kontakt, Selbstständigkeit und Unterhaltung — vereint in einem Hilfsmittel für Freizeit und geistige Aktivierung.

01

Kognitives Training

Spiele wie Schach oder Mühle fördern Konzentration, Gedächtnis und lösungsorientiertes Denken — als normales Spiel, nicht als Therapieprogramm.

02

Sozialer Kontakt

Brettspiele verbinden. Bewohner:innen, Angehörige und Pflegekräfte treffen sich wieder am Tisch — statt nur zuzuschauen.

03

Selbstständigkeit

Den Zug selbst auslösen, ohne fremde Hilfe bei jedem Handgriff — ein Erfolgserlebnis, das Stimmung und Selbstbild stärkt.

04

Unterhaltung

Schach, Dame, Mühle oder „Mensch ärgere dich nicht“ — klassische Brettspiele, für jeden Geschmack etwas dabei.

Das System ersetzt nicht das gemeinsame Spiel. Es macht es wieder möglich.

Funktionsweise

Vom Tastendruck zur Figur auf dem Brett.

Der Ablauf ist bewusst einfach gehalten — damit Bewohner:innen mit möglichst wenig Hilfe spielen können.

Vorbereitung

Pflegekraft oder Angehörige stellt das Brett auf und setzt die Figuren — etwa eine Minute.

Spielzug eingeben

Große, rutschfeste Tasten: Start- und Zielfeld eingeben — auch mit zittrigen Händen.

System prüft

Die Steuerung verarbeitet den Zug und bereitet die Bewegung vor.

Figur bewegt sich

Magnet unter dem Brett zieht die Figur an die Zielposition — ohne Greifen.

Fehler korrigieren

Gut sichtbare Reset-Taste — niemand muss Angst haben, etwas falsch zu machen.

Technik

Mechatronik für einen realen Anwendungsfall.

Verdeckte Magnetführung, barrierefreie Eingabe und zuverlässige Steuerung — entwickelt und getestet in echten Prototypen.

Mechanik

Magnetmechanismus

Figuren werden nicht von oben gegriffen, sondern über eine präzise Bewegung unter dem Brett geführt.

Eingabe

Barrierefreie Bedienung

Spielspezifische Eingabegeräte mit nur den wirklich nötigen Tasten — groß, fühlbar, rutschfest.

Steuerung

Reset & Zuverlässigkeit

Falsche Eingaben lassen sich korrigieren, ohne das Brett neu aufzubauen.

Projektstatus

Real umgesetzt — auf dem Weg zur Serienreife.

Prototyp 03 funktioniert zuverlässig. Der Fokus liegt auf Optimierung, Dokumentation und Vorbereitung der Produktion. Ein Verkauf ist aktuell noch nicht möglich — wir entwickeln aktiv weiter.

Gebaute Prototypen

Drei Iterationen mit echten Tests — nicht nur Konzept oder Rendering.

Aktive Entwicklung

Mechanik, Eingabe und Steuerung werden laufend verbessert und dokumentiert.

Ehrliche Kommunikation

Interessierte können Kontakt aufnehmen — ohne Verkaufsversprechen.

Erfolge

1. Platz bei Jugend Innovativ.

Boards without Barriers erreichte beim 39. Bundesfinale von Jugend Innovativ den 1. Platz in der Kategorie Entrepreneurship. Der wichtigste Erfolg des Projekts zeigt, dass die Verbindung aus sozialem Bedarf, technischer Umsetzung und unternehmerischem Denken auch vor einer externen Jury überzeugt.

Erfolge ansehen

Zielgruppe

Für Menschen, bei denen Feinmotorik zur Barriere wird.

Ein Hilfsmittel für Freizeit, geistige Aktivierung und sozialen Kontakt — kein Ersatz für medizinische oder therapeutische Versorgung.

  • Multiple Sklerose Tremor, Koordinationsprobleme und nachlassende Feinmotorik im fortgeschrittenen Stadium.
  • Parkinson Entlastung bei Zittern, verlangsamten Bewegungen und unsicherem Greifen.
  • Schlaganfall Hilfe bei eingeschränkter Handfunktion oder halbseitiger Lähmung.
  • Ältere Menschen Brettspiele trotz nachlassender Kraft, Präzision oder Beweglichkeit.

Team

Vier Köpfe. Eine Diplomarbeit.

Entwickelt an der Höheren Abteilung für Mechatronik der HTL Wien 3 Rennweg — mit persönlicher Motivation und technischem Anspruch.

Portrait von Michal Sysel

Michal Sysel

Projektleitung · Konstruktion

Mechanischer Aufbau, Prototypenentwicklung und Systemintegration.
Portrait von David Chencean

David Chencean

Stv. Projektleitung · Elektronik

Steuerung, Elektronik und technische Systemintegration.
Portrait von Samuel Brunner

Samuel Brunner

Eingabegeräte · Konstruktion

Bedienkonzept, barrierefreie Eingabe und ergonomische Umsetzung.
Portrait von Georg Kotzian

Georg Kotzian

Elektronik · Informatik

Programmierung, Elektronik und digitale Projektkommunikation.

Partner

Sponsoren und Partner, die Barrierefreiheit und Innovation fördern.

Kontakt

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